La Estaca

Sonnig begann es zu tagen, ich stand ganz früh vor der Tür,
sah nach den fahrenden Wagen, da sprach Alt-Siset zu mir:
„Siehst du den brüchigen Pfahl dort, mit unsern Fesseln umschnürt?
Schaffen wir doch diese Qual fort, ran an ihn, daß er sich rührt.

Ich drücke hier, und du ziehst weg,
so kriegen wir den Pfahl vom Fleck,
werden ihn fällen, fällen, fällen,
werfen ihn morsch und faul zum Dreck.
Erst wenn die Eintracht uns bewegt,
haben wir ihn bald umgelegt,
und er wird fallen, fallen, fallen,
wenn sich ein jeder von uns regt.

„Ach, Siset, noch ist es nicht geschafft, an meiner Hand platzt die Haut.
Langsam auch schwindet schon meine Kraft, er ist zu mächtig gebaut.
Wird es uns jemals gelingen? Siset es fällt mir so schwer! “
„Wenn wir das Lied nochmal singen, geht es viel besser. Komm her!“

Ich drücke hier, und du ziehst weg,
so kriegen wir den Pfahl vom Fleck,
werden ihn fällen, fällen, fällen,
werfen ihn morsch und faul zum Dreck.
Erst wenn die Eintracht uns bewegt,
haben wir ihn bald umgelegt,
und er wird fallen, fallen, fallen,
wenn sich ein jeder von uns regt.

Der alte Siset sagt nichts mehr, böser Wind hat ihn verweht.
Keiner weiß von seiner Heimkehr, keiner weiß, wie es ihm geht.
Alt-Siset sagte uns allen, hör es auch du, krieg es mit:
Der morsche Pfahl wird schon fallen, wie es geschieht in dem Lied.

Ich drücke hier, und du ziehst weg,
so kriegen wir den Pfahl vom Fleck,
werden ihn fällen, fällen, fällen,
werfen ihn morsch und faul zum Dreck.
Erst wenn die Eintracht uns bewegt,
haben wir ihn bald umgelegt,
und er wird fallen, fallen, fallen,
wenn sich ein jeder von uns regt.

La Estaca (span. für Der Pfahl) ist ein Lied, dass den Willen nach Freiheit vom Franco-Regime auf eindrucksvolle und ergreifende Art und Weise transportiert. Es spielt mit den Wörtern estaca (Pfahl) und dem so ähnlich klingenden estado (Staat).
Mein Blog steht nicht zufälligerweise unter diesem Titel. Denn der Kampf gegen herrschende Verhältnisse (Staat, Nation, Kapital – Scheiße!) kann in vielfältiger Weise einen Menschen zerstören. Durch Repression und Zermürbung. Körperlich und seelisch. Und einer*einem Freund*in die*der mir sehr am Herzen liegt, geht es momentan nicht gut. Daher soll dieser Blog gerade zur Reflexion solcher zermürbenden Zustände (Repression, rechte Gewalt aber auch innerlinke Grabenkämpfe, Anfeindungen und Gerüchte) gut sein.

02.01.2013 – Alice